CMT 2026 – nachhaltig unterwegs im Urlaub

Beispiele für Nachhaltigkeit aus der Region Stuttgart, Katalonien und Angola

Die CMT ist die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit – und natürlich war auch ich am Samstag vor Ort. Ich habe einige Hallen erkundigt, Pressekonferenzen besucht und viele Gespräche geführt.  In diesem Blogbeitrag stelle ich drei Beispiele vor, die einen Wandel zum nachhaltigen Reisen erkennen lassen: nachhaltig unterwegs – vom Regionalen über Europa bis in die Welt.

Region Stuttgart: Tourismus und ÖPNV zusammendenken

Am Stand der Region Stuttgart präsentierten der Tourismusverein Schwäbischer Wald und der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) die neue Erlebnisbroschüre „30 Lieblingsziele im Schwäbischen Wald“. Vorgestellt werden Rad- und Wanderwege, Badeseen sowie Sehenswürdigkeiten, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Zu jedem Ausflugsziel gibt es konkrete Hinweise zur Anreise mit S-Bahn, Regionalzug oder Bus.

VVS-Geschäftsführer Dr. Jan Neidhardt betonte die Bedeutung des Freizeitverkehrs für eine nachhaltige Mobilität und appellierte: „Steigen Sie ein, entdecken Sie den Schwäbischen Wald und erleben Sie, wie entspannt Familienausflüge mit dem VVS sein können.“

Dies ist nach dem Landkreis Göppingen, dem Landkreis Esslingen, dem Remstal und dem Landkreis Ludwigsburg bereits die fünfte Broschüre dieser Art. Außerdem hat der VVS zusammen mit dem Stadtmagazin Lift eine Broschüre zu Familienausflügen mit dem VVS herausgegeben.

Wandertrend: Premiumwege mit ÖPNV-Anbindung

Dass Tourismus und öffentlicher Nahverkehr heute stärker zusammengedacht werden müssen, zeigt auch der neue „Murrhardter Feenpfad“. Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut berichtete, dass immer mehr Wandernde gezielt nachfragen, wie gut ein Weg mit Bus und Bahn erreichbar ist – ein Aspekt, der lange unterschätzt wurde, insbesondere im ländlichen Raum.

Premiumwege punkten heute mit direkter Anbindung, kurzen Zuwegen von maximal 1.500 Metern und klarer Beschilderung. Eine gute ÖPNV-Erreichbarkeit fließt inzwischen sogar in die Qualitätsbewertung der Premiumwege ein. Gleichzeitig betonte Erber: „Viele Menschen – auch jüngere – möchten beim Wandern bewusst offline sein.“ Eine verlässliche Beschilderung vor Ort bleibe daher unverzichtbar.

Murrhardt zeigt, wie es gehen kann

Der „Murrhardter Feenpfad“ wurde gemäß dieser Kriterien konzipiert und als erster Premium-Stadtwanderweg in Baden-Württemberg ausgezeichnet – sehr zur Freude von Bürgermeister Armin Mößner. Bei der Urkundenübergabe formulierte er augenzwinkernd: „Wer Murrhardt nicht kennt, kennt die Welt nicht.“

Europa: Nachhaltig durch Katalonien

Die Grand Tour von Katalonien lädt bereits seit einigen Jahren dazu ein, die Region abseits der bekannten Metropole Barcelona zu entdecken. Auf landschaftlich reizvollen Straßen führt die Route vom Mittelmeer bis in die Pyrenäen. Wer der rund 2.300 Kilometer langen Strecke folgt, erlebt Kunst und Geschichte, Kulinarik, beeindruckende Landschaften sowie die Menschen und Traditionen Kataloniens.

Die Route wurde bewusst entwickelt, um den Tourismus stärker in die Regionen zu lenken. Sie gliedert sich in fünf Etappen, darunter rund 600 Kilometer Küste, und lässt sich flexibel bereisen.

Neu vorgestellt wurden auf der CMT 2026 ausgearbeitete Varianten für Radreisende (Gravelbike) sowie für E-Auto-Fahrer. Der Hintergrund: Immer mehr Menschen möchten umweltbewusst reisen. Entlang der Strecke wurde die Ladeinfrastruktur deutlich ausgebaut – inzwischen stehen rund 140 Ladestationen zur Verfügung, die Übersicht wird ergänzt durch Tipps, was der Tourist während des Ladevorgangs in der Umgebung entdecken kann.

Abgerundet wird das Konzept durch die Grand Tour als Gastronomie- und Weinroute. Hier geht es nicht nur um Genuss, sondern auch um Herkunft und Handwerk: Reisende erfahren, wo Produkte entstehen, wer dahintersteht und wie eng Kulinarik, Landschaft und Tradition miteinander verbunden sind.

CMT 2026-Gastland Angola: Tourismus als „grünes Öl“

„Angola ist noch das bestgehütete Geheimnis Afrikas“, sagte der angolanische Tourismusminister Márcio de Jesus Lopes Daniel. Damit die verborgene Perle künftig stärker wahrgenommen wird, hat das Land mehr als eine halbe Billion US-Dollar in den Ausbau der touristischen Infrastruktur investiert. 2026 präsentiert sich Angola sowohl als Gastland der CMT als auch der ITB.

Angola, das flächenmäßig drittgrößte Land Afrikas, liegt im Westen des Kontinents und zählt zu den größten Ölproduzenten Afrikas. Der Minister erläuterte die Chancen und Herausforderungen, die der Tourismus für Angola mit sich bringt. Dabei bezeichnet er den Tourismus als das „grüne Öl“ des Landes – eine nachhaltige Alternative mit großem Zukunftspotenzial.

Für Reisende, die das Ursprüngliche suchen und authentische Begegnungen schätzen, bietet Angola ideale Voraussetzungen. Mit der historischen Benguela-Eisenbahn kann man quer durchs Land reisen. Die landschaftliche Vielfalt reicht vom Regenwald mit Gorillas im Norden bis zu den Wüstenregionen im Süden. Hinzu kommen die kulturelle Energie des Landes und die mitreißenden Rhythmen des Kizomba. Ein weiterer Pluspunkt: Direktflüge ab Frankfurt ermöglichen eine Anreise ohne Jetlag, zudem ist die Einreise für bis zu 90 Tage visafrei möglich.

Mein Fazit zum diesjährigen Besuch der CMT 2026

Ob vor der eigenen Haustür, in Europa oder in weiter Ferne – die CMT 2026 zeigt deutlich: Nachhaltiges Reisen bedeutet heute mehr als nur umweltfreundliche Verkehrsmittel. Es geht darum, Mobilität mitzudenken, Regionen zu stärken, authentische Erlebnisse zu ermöglichen und Reisen bewusster zu gestalten. Die Beispiele aus der Region Stuttgart, aus Katalonien und aus Angola machen Mut – und Lust darauf, neue Wege zu gehen.

 

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