Mailand erfindet sich neu – Hop On, Hop Off-Tour mit der M5

Entdecke mit einer der modernsten U-Bahnlinien der Welt (M5) die neuen Stadtquartiere von Mailand

Take 5 in Mailand

M5 Streckeninfo und Preise

Mailand ist weltweit bekannt als Design- und Modemetropole. Die einen fahren zum Shoppen dorthin, die anderen, um sich den Dom anzuschauen, in die Scala zu gehen oder Da Vincis Abendmahl zu bestaunen. Doch Italiens Wirtschaftsmetropole hat seit der Expo 2015 auch ein neues Gesicht. Wo einst Industriebrachen waren, schießen Hochhäuser aus dem Boden und es entstehen neue Stadtquartiere: in Bicocca auf dem ehemaligen Werksgelände von Pirelli, das Viertel Porto Nuova nahe dem Bahnhof Garibaldi und das Mega-Projekt CityLife auf dem alten Messegelände. Verbunden werden sie mir einer der modernsten U-Bahnlinien der Welt, der M5. Die Züge dieser Linie fahren vollautomatisch und fahrerlos. Hast du ein Faible für moderne Kunst und zukunftsweisende Architektur? Dann solltest du unbedingt eine Hop On, Hop Off-Tour mit der Metro M5 in Mailand machen.  Komm steig ein und ich verspreche dir: Scientology statt Dom, Fußball statt Oper, Anselm Kiefer statt Abendmahl.

M5 Metro-Station Bignami

An der Endstation im Norden: Scientology statt Mailänder Dom

Eine erste Überraschung gibt es an der Endstation der Linie 5 in Mailands Norden. Die U-Bahnstation Bignami liegt an der mehrspurigen Ausfallstraße Viale Fulvio Testi.  Ringsum befinden sich Wohnhochhäuser. Schaust du Richtung Stadt, dann entdeckst du ein riesiges Kreuz, aufgehängt zwischen zwei Gebäudeteilen. Tja wer hätte das gedacht in Mailand befindet sich die weltweit größte Scientology Church. Das Gebäude wurde im Oktober 2015 eröffnet, es ist riesig und der gesamte Komplex umfasst nahezu 10.000 Quadratmeter.  Wenn du dich ihm näherst, wirst du bemerken, dass es bestens abgeschirmt und bewacht ist.  Von dort aus sind es nur ein paar Schritte zum Parco Nord mit weitläufigen Grünflächen und Schatten spendenden Bäumen.

M5 Metro-Station Ponale.

Hangar Bicocca: Moderne Kunst im ehemaligen Pirelli-Werk

Steig gleich eine Haltestelle später (Ponale) wieder aus und laufe die Via Chiese herunter. Du bist jetzt inmitten des Mailänder Bezirks Bicocca gelandet, der sich vom alten Industrieviertel zum modernen Dienstleistungsquartier wandelt. Herzstück des Bezirks ist das ehemalige Werksgelände des Reifenherstellers Pirelli.  Die riesigen alten Hallen (Hangars) liegen brach oder werden neu genutzt. So zeigt die Pirelli-Stiftung im Hangar Bicocca moderne Kunst. In der beeindruckenden 60 Meter breiten, 180 Meter langen und 30 Meter hohen Halle kann man Anselm Kiefers Großinstallation „Die sieben Himmelspaläste“ bestaunen. Früher wurden hier Spulen für die Elektromotoren von Zügen produziert. Das Gelände hat Charme und im Bistro sitzt es sich gut. Der Eintritt ist frei. Montags und Dienstag hat die Ausstellung geschlossen. Unbedingt empfehlenswert.

Webseite Pirelli Hangar Bicocca

 

 

 

M5 Metro-Station Isola

Bosco Verticale: Der Wald wächst auf dem Balkon

Wenn du an der Haltestelle Isola aussteigst, erblickst du schon von weitem zwei Hochhäuser mit begrünten Balkonen. Bosco Verticale heißen die Zwillingstürme und das heißt so viel wie senkrechter Wald. Warum? Die beiden Hochhäuser (80 und 112 Meter hoch) und wurden mit 900 Bäumen und über 20000 Pflanzen begrünt.  Geranien und Gartenkräuter sucht man vergeblich, bis zu neun Meter hohe Eichen, Haselnussbäume und Buchen wachsen in den Balkonkästen. Jede Wohnung hat ihren kleinen privaten Wald. Und der ist nicht nur fürs Auge schön, sondern hat auch eine Umweltfunktion. Die Pflanzen schützen die Wohnungen gegen Kälte und Lärm und helfen Energie einzusparen, außerdem sollen sie Staubpartikel aus der Luft filtern und zu einer Verbesserung der Luftqualität beitragen. Ausgedacht hat sich das der italienischen Architekt Stefano Boeri. Im Jahr 2014 wurde der Bosco Verticale von der Stadt Frankfurt am Main und dem deutschen Architekturmuseum zum innovativstem Hochhaus auf der Welt gekürt. Inzwischen ist das Projekt zu einem Vorbild für nachhaltigen Wohnhochhaus-Bau geworden, in der chinesischen Millionenstadt Nanjing und im Schweizer Lausanne baut Boeri ähnliche Projekte und auch die Stadt Nürnberg denkt über ein solches Konzept nach.

Spaziergang Porta Nuova

Es lohnt wirklich einen kleinen Spaziergang durch dieses neue Viertel Porta Nuova zu machen, es ist eines der größten Stadterneuerungs-Projekte von ganz Europa. Lass dich treiben von den Wegen, irgendwann wirst du auf das Unicredit Hochhaus zusteuern und landest am Platz Piazza Gae Aulenti. Ich war zur Mittagszeit dort und das gab mir beste Gelegenheit, die stylishen Büro-Outfits und Pausengepflogenheiten der Mailänder zu studieren. Vom Platz Piazza Gae Aulenti kommst du auch gleich zur Metrostation Garibaldi. 

M5 Metro-Station Garibaldi

Garibaldi Porta Nuova

M5 Metro-Station Monumentale

Prächtiger Zentralfriedhof mitten in der Stadt

Wenn dir nach so viel moderner Architektur und Hochhausdesign, der Sinn nach etwas Verschnörkelndem ist, empfehle ich dir den Cimenterio Monumentale. Das ist nicht nur ein Friedhof, sondern ein gewaltiges Freiluftmuseum mit Statuen, Obelisken, Tempeln und vielen Gräbern von Mailänder Persönlichkeiten. Denn wer in Mailand etwas auf sich hält, besetzt einen Logenplatz in der Scala, eine Sitzbank im Dom – und ein Familiengrab auf dem Monumentale.

Webseite Friedhof Monumentale

M5 Metro-Station Tre Torri

Drei Türme – der Gerade, der Krumme und der Bucklige

Mailands drittes und größtes neues Stadtviertel entsteht auf dem ehemaligen Messegelände  „Ex-Fiera“.  Nach Fertigstellung werden sich hier elegante Wohnsiedlungen um drei spektakuläre Wolkenkratzer gruppieren, umgeben von einem rund 170.000 Quadratmeter großen, von Wasserläufen durchzogenen Park mit Tausenden von Bäumen. Die für das Projekt verantwortlichen Architekten Arata Isozaki, Zaha Hadid und Daniel Libeskind verbindet dabei die Idee, eine Oase zum Wohnen und Arbeiten in der ansonsten für ihre Verkehrsstaus und stickige Luft bekannten Millionenstadt zu schaffen. Mit 366.000 Quadratmetern Fläche ist „City Life“ etwa dreimal so groß wie der Potsdamer Platz in Berlin. Ein Großteil ist inzwischen fertig gestellt und hier gibt es auch eine gehobene Shopping Mall.

 

M5 Metro-Station San Siro Stadio

Giuseppe-Meazza-Stadion: Heimat von AC und Inter Mailand

Zum Abschluss noch ein „Must See“ für alle Fußball-Fans: Das Endstation im Osten Mailands heißt San Siro Stadio. Das 85.000 Zuschauer fassende reine Fußballstadion verwandelt sich regelmäßig zum tosenden Hexenkessel, wenn eine der beiden Mailänder Erstligisten AC Milan und FC Internazionale hier ihre Spiele bestreiten.  Nahezu täglich (Ausnahme Spieltage) kann man für 17 € Eintritt (Erwachsene) das Stadion besichtigen und die Wege der Fußballstars laufen. Im Stadion befindet sich auch das Museum beider Clubs, das Pokale, Schuhe und Andenken, die dem echten Fan heilig sind, zur Schau stellt.

Webseite Giuseppe-Meazza-Stadion

 

Was meinst du dazu? Schreib mir.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dir den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die weitere Nutzung stimmst Du der Verwendung zu. Weitere Informationen

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dir den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die weitere Nutzung stimmst Du der Verwendung zu.

Schließen