Mit dem Minibus C5 durch die Altstadt von Sevilla

Rechts, links, rechts und noch mal rechts, dann wieder geradeaus… der kleine Bus schlängelt sich durch die verwinkelten Gassen der Altstadt von Sevilla. Im Nu habe ich die Orientierung verloren, – egal – ich lasse mich einfach mal rumkutschieren und genieße den Blick aus dem Fenster aufs andalusische Straßenleben. Machs mir nach und gönn dir eine Stunde Altstadtvergnügen.

Altstadtvergnügen – fahr mal Linie C5 in Sevilla

Einschlägige Reiseführer empfehlen, Sevillas Altstadt zu Fuß zu erkunden, weil alles so nah beieinander liegt. Das stimmt, aber irgendwann bist du doch fußmüde und dann machts Spaß mit dem Kleinbus der Linie C5 durch die Altstadt zu düsen. Nur die kleinen Sprinter passen durch die engen Gassen, große Busse (auch die Sightseeing-Busse) müssen draußen bleiben.

Alle Infos zur Buslinie C5 in Sevilla

Das C steht übrigens nicht nur für City, sondern auch für Circular. Also hab keine Angst, garantiert kommst du auf der Rundroute wieder dort an, wo du eingestiegen bist. Die komplette Fahrt dauert zirka 60 Minuten. Das Ticket kostet 1,40 Euro. Aber du kannst natürlich auch unterwegs aussteigen, denn es liegen einige Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Ein guter Ausgangspunkt: Kathedrale und Alcázar

Wenn du in Sevilla bist, wirst du sicherlich die Hauptsehenswürdigkeiten, die Kathedrale und den königlichen Palast Real Alcázar, besuchen. Drei Haltestellen für den Minibus C5 findest du in der Nähe der Gebäude.

C5-Haltestellen
Alemanes/Catedral
Plaza de la Contratacion
Puerta Jerez

Die Kathedrale Santa María de la Sede ist riesig! Das merkst du, wenn du sie einmal umrundest und den Haupteingang suchst, denn im Gegenteil zu anderen Kirchen erschließt der sich nicht automatisch. Für eine gotische Kirche wirkt sie nicht besonders hoch, sondern eher gedrungen und weitläufig. Sie ist die drittgrößte Kirche der Welt, größer sind nur der Petersdom in Rom und die St. Paul`s Cathedral in London. Drinnen bin ich leider noch nicht gewesen, da wir (mein Mann, mein Sohn und ich) erst am Abend in Sevilla ankamen und sie schon um 17 Uhr schließt (Anm.: Sonntags sowie Juli und August bis 18 Uhr).  Die Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Der Eintritt beträgt 9 Euro und mit diesem Ticket kannst du auch den Glockenturm – die Giralda, das Wahrzeichen Sevillas – besichtigen.

Orientalischer Palast Alcázar

Am nächsten Morgen haben wir uns für einen ausgiebigen Besuch des Königspalasts Real Alcázar entschlossen. Vom Königspalast bin ich noch immer ganz geflasht  Der Eingang erinnert eher an den einer trutzigen Playmobil-Burg, doch lass dich nicht täuschen, drinnen entfacht der Palast seine maurische Pracht. Er besteht aus verschiedenen Gebäudekomplexen, die labyrinthartig ineinander übergehen. Jede Ecke hat ihren eigenen Reiz: Du kannst bunt bemalte Kacheln, orientalische Ornamente, riesige Wandteppiche, goldenen Decken und idyllische Innenhöfe bewundern. Nicht zu vergessen, die bezaubernden Gärten. Nimm dir mindestens einen halben Tag Zeit für den Besuch des Palastes und der Gärten, damit du alles in Ruhe genießen kannst. Ich war Anfang März dort und habe ohne Reservierung und langes Schlange stehen die Eintrittskarte (11,50 Euro) bekommen. Leider aber wohl den einzigen stürmischen Regentag des Jahres erwischt – die Gärten waren aufgrund des Wetters geschlossen. Schade, so konnte ich nur einen Blick durchs Fenster auf die grüne Pracht werfen.

Plaza de Toros – „La Maestranza“, die Stierkampfarena

C5-Haltestelle
Haltestelle Paseo de Colón (Plaza de Toros)

Von der Kathedrale ist es nicht weit bis zur Stierkampfarena. Das beeindruckende Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den schönsten Stierkampfarenen Spaniens. Mit 14.000 Zuschauerplätzen ist sie gleichzeitig auch eine der größten des Landes. Die Arena kannst du das ganze Jahr über besichtigen (Eintritt mit Führung 8 Euro), Stierkämpfe finden von April bis September statt. Im Gegensatz zu Katalonien sind in Andalusien Stierkämpfe nicht verboten. Interessant fand ich auch die Plakate am Eingang des Stierkampfmuseums. Olé!

Es lohnt sich, durch die Gassen rund um die Arena zu schlendern. Dort haben sich einschlägige Tapas-Bars und Geschäfte angesiedelt. In dem einen findest du Kostüme für Matadore, in dem anderen spanische Fächer und Mantillas, im dritten Sombreros und Reitausrüstungen.

Am Ufer des Gualdalquivir

Wenn du magst, kannst du von der Stierkampfarena bis zur Brücke „Puente Isabel/Puente Tirana“ am Ufer des Guadalquivir entlangschlendern. Das ist im Sommer sicherlich ein herrliches Vergnügen, jetzt an diesem verregneten Märztag war nicht so viel  los. Doch ich habe am Abend noch dieses schöne Foto von der Brücke gemacht.

Der C5-Bus fährt parallel zum Ufer die Paseo de Cristobal Colon hoch und biegt dann an der Brücke rechts ab und stürzt sich erneut ins Gassengewimmel. Schau mal auf den Streckenplan:

Museum der schönen Künste

C5-Haltestelle
Haltestelle Miguel de Carvajal

Als nächstes hält der Bus beim Museo de Bellas Artes de Sevilla. Es ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht und zeigt Werke spanischer Künstler. Aktuell lief eine Ausstellung von Murillo. Nach dem Prado-Museum in Madrid ist es das wichtigste Museum für spanische Kunst. Für EU-Bürger ist der Eintritt frei, Montag Ruhetag. Der Platz vor dem Museum ist sehr schön und lädt mit Schatten spendenden Bäumen zum Verweilen ein.

Plaza Duque – Einkaufszentrum

Das El Corte Inglés ist so etwas wie der „Kaufhof“ in Sevilla, ich bin einmal durchs Erdgeschoss gewandert, eigentlich alles wie bei uns, nur die Mode sah ein bisschen rüschiger aus…

Spektakulär: Metropol Parasol

C5-Haltestellen
Haltestelle Teniente Borges (Plaza Duque) Dña. María Coronel (San Felipe)

In Sevillas Altstadtgassen gibt es auch Modernes zu entdecken . Wenn du vom Plaza Duque ein paar Schritte zu Fuß die Calle Imagen hinaufgehst, stehst du vor dieser interessanten Holzkonstruktion. Ein deutscher Architekt hat die pilzartigen „La setas de Sevilla“ entworfen. Vom Dach hast du einen herrlichen Blick auf die Altstadt Sevillas. Die Auffahrt mit dem Lift kostet 3 Euro, geöffnet täglich bis 23.00 Uhr.

Danach kannst du weiter zum Palacio de las Duenas laufen und an der Haltestelle xy wieder in den Bus steigen. Alternativ aber auch vom Plaza de la Duque weiterfahren und die Fahrt durch die unbekanntere nördliche Altstadt genießen. Die Straßen sind manchmal so eng und so verwinkelt, dass selbst der kleine Bus hin und wieder zurücksetzen muss, um um die Ecke zu kommen. In der nördlichen Altstadt ist das Leben einfacher und authentischer, nicht ganz so touristisch geprägt wie um die Kathedrale herum. Tapas-Bar, Restaurants und Cafés findest du überall.

Kommt dir das spanisch vor?

C5-Haltestelle
Haltestelle Plaza de San Franzisco

 

Enge Gassen – weite Plätze

Besonders schön bei meiner Rundfahrt finde ich auch den Kontrast zwischen engen Gassen und schönen Plätzen. Der Plaza de San Franzisco mit dem Rathaus ist einer der größten und wichtigsten Plätze der Stadt. Er war bereits im 16. Jahrhundert Marktplatz, Hier wurden die Urteile des Inquisitionsgerichts vollstreckt, es fanden Stierkämpfe statt und heute ist es ein wichtiger Platz für die Prozessionen in der Karwoche.

Noch ein Tipp zum Schluss: Die Fahrt mit dem Bus ist sehr kurzweilig und abwechslungsreich. Denke an die Siesta, wenn du um die Mittagszeit nach 13.30 Uhr  in den Bus steigst, ist weniger zu sehen, weil viele Geschäfte erst wieder gegen Abend (ab 16.30 Uhr) öffnen. Du erlebst dann  weniger pralles Straßenleben, hast aber mehr Muße, die Architektur zu bewundern.

Probier`s mal aus, ich wünsche Dir viel Spaß dabei.

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