„Ich geh wandern“ – Tag 20 auf dem HW 5 –
Goldener Herbst in Oberschwaben

Oberschwaben im Herbst. Der letzte Tag des Oktober verabschiedet sich noch einmal so richtig golden. Bei herrlichem Sonnenschein wandern wir vom Bussen nach Biberach.

HW 5
31. Oktober 2021 | Tag 20
24,0 Kilometer
mit Unterbrechung
sonnig
17,0 Grad

Was für ein Kontrast zu gestern, als alles trüb und neblig war. Heute lugt die Sonne schon beim Aufstehen ins Zimmer und es verspricht ein wunderbarer Tag zu werden. Also halten wir uns nicht lange in der Jugendherberge in Biberach auf, sondern fahren nach dem Frühstück auf den Bussen. Um zehn Uhr sind wir dort. Noch hängt leichter Dunst vor der Alpenkette, aber es ist schon mächtig was los. Wir genießen noch einmal den schönen Ausblick und marschieren den Berg hinab Richtung Uttenweiler.

Immer den Berg runter bis Uttenweiler

Vor uns liegt das weite Land. Und beim Blick zurück eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven auf den Bussen und die Wallfahrtskirche. Wir sind die Einzigen, die bergab wandern. Alle anderen Spaziergänger und Fahrradfahrer kommen uns entgegen. Der Bussen scheint das Wanderziel des Tages zu sein. Alle wollen noch einmal hoch und die Aussicht genießen, bevor es am nächsten Tag wieder regnet.

Über weite Strecken ist der Feldweg geteert. Das ist vielleicht das einzige Manko dieses  Abschnitts. In der Ferne läuten Glocken. Die Kirche ruft die Gläubigen zum Gottesdienst. Typisch Oberschwaben, die Region ist sehr vom Katholizismus geprägt. Davon zeugen auch die vielen Heiligenbilder, Kreuze und kleine Kapellen am Wegesrand. Vor Uttenweiler spritzt ein Bauer sein Feld, wir spielen mit einer Kabeltrommel und lassen sie den Weg entlang rollen. Dann bewundern wir den schönen Grillplatz, den die Dorfjugend erbaut hat.

Kurz darauf sehen wir die Zwiebeltürme der Kirche in Uttenweiler. Der Ort liegt in einer kleinen Mulde und schmiegt sich an den Hipfelberg. Auf den müssen wir als Nächstes hinauf. Schade, dass wir in Uttenweiler keine Einkehrmöglichkeit finden.

Jetzt sind wir wieder allein unterwegs

Eine nette Frau gibt uns am Ortsausgang den Tipp, dass gleich ein schöner Platz mit einer Bank kommt. Bei 20 Grad in der Sonne verspeisen wir unsere Brote am Waldrand. Dann folgt ein wilder Abschnitt über den Hipfelberg bis zum Windrad und wieder bergab bis zur Bundesstraße. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie plötzlich doch das Szenario „von viel los auf dem Weg“ zu „jetzt sind wir wieder allein unterwegs“ wechselt.

Blick von der Ahlener Höhe bis zum Federsee

Das letzte Stück bis Ahlen führt der HW 5 gleich neben der B312 entlang und dann hinauf auf die Ahlener Höhe. Der Blick von dort ist genial und reicht bis zum Federsee von Bad Buchau.

Durch den Burrenwald bis zum Kletterpark

Hinter Attenweiler folgt noch einmal Wegstück schnurstracks durch den Wald bis zum Kletterpark Biberach. Unterbrochen wird der Abschnitt durch die schönen Auwiesen beim Burren. Wenn du hier abbiegst, kommst du zu dem beliebten Ausflugslokal. Ich gehe geradeaus weiter und bin schon bald beim Kletterpark Biberach angelangt. Alle Grillstellen sind belegt. An einem Grillfeuer unterhalte ich mich sehr nett mit einem Paar aus Biberach, die Sekt trinken und Kuchen essen.

Biberachs schöne Altstadt

Bis Biberach bin ich nicht gewandert, weil ich keine Lust mehr hatte, an der B312 entlang zu laufen. Ralph ist eh schon in Ahlen nach Hause gefahren. Er wollte keine zweite Nacht im Jugendherbergsbett zubringen. Abends habe ich mir dann die Altstadt angeschaut und anschließend im Jordanbad relaxed. Der Biberacher Marktplatz gehört unbestritten zu den schönsten Marktplätzen in Süddeutschland. Sehenswert sind die prächtigen Bürgerhäuser ringsum, die Stadtkirche und das Eselsdenkmal.

Ich bin ein Thermalbad-Fan und kann das Jordanbad uneingeschränkt empfehlen. Es gibt Innen- und Außenbecken, Massagedüsen und Wärmeliegen. Eine wohltat nach der Wanderung.

Die Jugendherberge in Biberach hat mir persönlich auch gut gefallen. Leider war am Montag dann aber Dauerregen, sodass ich dann doch nicht gewandert bin.

Unterwegs auf dem HW5. Am 24. Januar 2021 war Start für dieses Wanderprojekt auf dem Schwarzwald-Schwäbische Alb-Allgäu Fernwanderweg. Gut zwei Drittel sind geschafft. Doch rund 100 Kilometer fehlen noch bis zum Schwarzen Grat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dir den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die weitere Nutzung stimmst Du der Verwendung zu. Weitere Informationen

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dir den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die weitere Nutzung stimmst Du der Verwendung zu.

Schließen