Mit dem 5er-Velotaxi durch Frankfurt

Römer, Mainufer, Alter Oper und Zeil - eine entspannte Stadtrundfahrt durch die Mainmetropole

Wien hat seine Fiaker, Venedig die Gondeln – und Frankfurt? Das Velotaxi! Wer die Mainmetropole einmal entschleunigt und aus einer ungewohnten Perspektive erleben möchte, sollte sich in eines der dreirädrigen Gefährte setzen.  Ich habs getan und verrate dir hier, wie es war.

Start im Nordend in der Villa Orange

Als mich Dominik vor dem Hotel Villa Orange abholt, bin ich zunächst skeptisch. Über der Stadt hängen graue Wolken, und ich frage mich, ob eine Velotaxi-Tour heute wirklich eine gute Idee ist. Was, wenn der Himmel sich endgültig zuzieht und es mitten auf der Strecke losregnet? Doch es kommt anders – und sogar viel besser.

Wir starten direkt im Nordend in der Hebelstraße. Schick sieht er aus,  der orange-grüne Flitzer der Villa Orange. „Ride green, sleep orange“ steht da in großen Buchstaben auf der Verkleidung. Ein passendes Motto: nachhaltig unterwegs sein und dabei Frankfurt aus einer neuen Perspektive entdecken. Und Dominik beruhigt mich: Sollte es tatsächlich regnen, sei ich unter dem Dach bestens geschützt.

Was ist denn ein Velotaxi?

Falls du jetzt rätselst, was ein Velotaxi eigentlich ist: Das Velotaxi – auch Fahrrad-Rikscha oder Fahrrad-Taxi genannt – ist ein speziell entwickletes Dreirad mit einer geschützten Kabine in der zwei Fahrgäste Platz finden. Vorne sitzt der Fahrer, er tritt in die Pedale und wird dabei von einem Elektromotor unterstützt.

Erster Stopp: Erzeugermarkt Konstablerwache

Los geht’s Richtung Konstablerwache. Da heute Donnerstag ist, herrscht auf dem Erzeugermarkt reges Treiben. Vor den Ständen mit frischem Obst und Gemüse, duftendem Brot. Käse und regionalen Spezialitäten legen wir unseren ersten Stopp ein. Der Markt gehört zu den beliebtesten der Stadt. Wohl auch deswegen, weil es hier unzählige Möglichkeiten zum Essen, Trinken und Plaudern gibt. Das mögen die Frankfurter. Übrigens, bekommst du hier auch die sieben Kräuter für die berühmte Frankfurter Grüne Soße.

Das Velotaxi darf durch die Fußgängerzone fahren

Anschließend geht es weiter durch die Fußgängerzone. Autos und E-Roller sind hier tabu, unser Velotaxi darf dank einer Sondergenehmigung trotzdem passieren. Mit Augenmaß lenkt Dominik das Gefährt durch zwei Absperrpfosten. Vor dem Einkaufszentrum MyZeil zeigt er mir das berühmte Auge, den riesigen gläsernen Trichter im Gebäude. Dort schießt bei Regen das Wasser spektakulär nach unten. Doch heute bleibt es trocken, stattdessen reißt der Himmel immer weiter auf. Wie schön!

Kontrastreiche Architektur an der Hauptwache

Über die Zeil, Frankfurts bekannteste Einkaufsstraße, erreichen wir die Hauptwache. Die kannte ich bis dato nur als U- und S-Bahnstation, jetzt habe ich endlich Gelegenheit, mir das Geschehen oberirdisch in aller Ruhe anzuschauen. Seit Jahrhunderten zählt die Hauptwache zu den zentralen Plätzen der Stadt. Und mein Fahrer Dominik, kann nicht nur kräftig in die Pedale treten, er kennt auch die Geschichten hinter den Gebäuden. Besonders beeindruckt mich der Kontrast zwischen dem historischen Bauwerk und der imposanten Hochhauskulisse im Hintergrund. Hier zeigt sich Frankfurts spannender Mix aus Tradition und Moderne besonders eindrucksvoll.

Frankfurts-Schmuckstück: die Alte Oper

Von dort machen wir einen Abstecher zur Alten Oper. Das prachtvolle Gebäude zählt zu den schönsten Wahrzeichen Frankfurts. Kaum zu glauben, dass es nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg beinahe nicht wieder aufgebaut worden wäre. Heute erstrahlt es wieder in altem Glanz und gehört zu den ersten Adressen für Konzerte und Veranstaltungen. Jedes Jahr feiert die Stadt die Alte Oper mit einem großen Fest. Weil der Opernplatz an diesem Morgen ziemlich leer ist, erfüllt mir Dominik sogar einen kleinen Wunsch: Ich darf selbst ans Steuer. Geradeausfahren klappt erstaunlich gut, die Kurven dagegen verlangen deutlich mehr Geschick.

Am Römer und durch die engen Gassen der Altstadt

Weiter geht es zum Römer – dem historischen Rathaus der Stadt. Zwischen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster fühlt sich Frankfurt plötzlich gar nicht mehr nach Bankenmetropole an. Wobei – ganz historisch ist die Kulisse natürlich nicht. Die rekonstruierte Altstadt ist jünger, als sie aussieht.

Vorbei am Kaiserdom St. Bartholomäus und am Struwwelpeter-Museum schlängeln wir uns durch die Altstadt, bevor es schließlich hinunter zum Main geht. Und wieder bewundere ich Dominiks Fahrkünste. Gekonnt und erstaunlich wendig manövriert er das Velotaxi durch die engen Passagen.

Entspanntes Mainufer

Am Mainufer zeigt sich Frankfurt noch einmal von einer ganz anderen Seite. Spaziergänger, Radfahrer und Jogger genießen die Sonne, Ausflugsschiffe ziehen gemächlich vorbei und die Skyline spiegelt sich im Wasser.

Unser Ziel ist das „Nizza“ – Frankfurts mediterraner Garten. Dank des besonders milden Klimas wachsen hier sogar Palmen, Feigen und andere südliche Pflanzen. Ein Ort, der seinem Namen alle Ehre macht und den man mitten in einer Großstadt kaum erwarten würde.

Resumée: Velotaxi fahren ist einfach schön

Während inzwischen die Sonne vom Himmel lacht, ist von meiner anfänglichen Skepsis längst nichts mehr übrig. Stattdessen bleibt die Erkenntnis: Frankfurt lässt sich wunderbar mit dem Velotaxi entdecken. Man ist nah dran am Geschehen, erfährt unterwegs spannende Geschichten und erreicht Orte, die man zu Fuß in dieser kurzen Zeit nie erreichen und bei einer Busrundfahrt leicht übersehen würde. Zwischen Römer, Alter Oper, Mainufer und Zeil erlebt man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt aus einer ganz neuen Perspektive.

Velotaxi, das ist eine Stadtrundfahrt, die entschleunigt, überrascht und Lust auf mehr macht. Und eine super Ergänzung zu meinen Entdeckungen mit der U-Bahnlinie 5 in Frankfurt.

Velotaxi-Tour planen

Das Biohotel Villa Orange bietet seinen Gästen zwei Touren an. Eine klassische Sightseeing-Tour zu den Sehenswürdikeiten der Innenstadt (entspricht in etwa der Tour, die ich gefahren bin) und eine kleine Spazierfahrt durch den Anlagenring und am Main entlang. Wobei die Fahrer gerne auf individuelle Wünsche eingehen. Info: www.villa-0range.de

Du kannst das Velotaxi auch direkt buchen, oder spontan bei einem Fahrer einsteigen. Weitere Informationen: www.velotaxi.de

Christian Kügler und Mathias Graf, Velotaxi FrankfurtVelotaxi-Frankfurt
Matthias Graf hat im Jahr 2003 die Idee des Fahrradtaxis von Berlin nach Frankfurt importiert und das Unternehmen 22 Jahre erfolgreich geleitet. Anfang 2026 übergab er die Geschäftsführung an Cristian Kügler, der bereits seit 2013 im Unternehmen tätig ist. Das Foto zeigt die beiden (Kügler li, Graf re) bei einer symbolischen Lenkerübergabe in Frankfurt. Für Velotaxi Frankfurt sind rund 15 selbständige Fahrer auf 14 Fahrzeugen im Einsatz.

 

Transparenz ist mir wichtig: Das Biohotel Villa Orange ist ein langjähriger PR-Kunde von mir. Ich freue mich natürlich, wenn ich es erwähnen kann. Hätte das Velotaxi nicht zufällig die Nr. 5, würde ich auf dem Blog nicht darüber berichten. Die Fahrt habe ich privat bezahlt, eine geschäftliche Vereinbarung über eine Veröffentlichung besteht nicht.

Hallo, ich bin Heike. Unterwegs folge ich immer der Nr. 5
Dabei mache ich wunderschöne Entdeckungen.
Folge mir und der Nr. 5. und du wirst sehen: „Das kleine Abenteuer kann so einfach sein – egal ob nah oder fern!“

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