Der große Fahrplanwechsel: 5 Fragen und Antworten, die dich schlauer machen.

Dieses Wochenende ist es wieder so weit. Von Samstag, den 14. auf Sonntag, den 15. Dezember 2019 werden die Fahrpläne umgestellt: bundesweit, regional und lokal. Abfahrts- und Ankunftszeiten ändern sich, neue Verbindungen kommen hinzu, eingesetzte Züge wechseln. Bei der Bahn, den Nahverkehrszügen, den S-Bahnen, Straßenbahnen und U-Bahnen und Bussen. Wie funktioniert es und Warum ist das so? 5 Fragen und Antworten, die dich schlauer machen.

1 Ist überhaupt jedes Jahr ein Fahrplanwechsel notwendig?

Ja, denn es gibt ein Gesetz, das vorschreibt, dass Zugtrassen immer nur für jeweils ein Jahr vergeben werden. Für die Vergabe ist die DB Netz AG zuständig, die von der Bundesnetzagentur überwacht wird. Bis zu einem bestimmten Stichtag, in diesem Jahr der 8. April, müssen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr bei der DB Netz Trassenanmeldungen stellen. Eine Meldung beschreibt zu welcher Zeit und auf welcher Strecke der jeweilige Betreiber ab dem Fahrplanwechsel fahren will. 72.000 solcher Slots zählte die Bahntochter für den neuen Winterfahrplan. Diese müssen dann unter einen Hut gebracht werden. Tüfteln und schlichten lautet die Devise, bis alle zufrieden sind. Hinzu kommen noch die Optimierungen bei den lokalen Verkehrsunternehmen für Busse und Straßenbahnen.

2Warum findet die Umstellung der Fahrpläne im Dezember statt?

Seit 2002 legt die EU den Termin einheitlich fest: „Der Fahrplanwechsel findet am zweiten Samstag im Dezember um 24:00 Uhr statt. Dieser Tag ist frühestens der 8.12. und spätestens der 14.12. Der darauffolgende Sonntag, also der erste Gültigkeitstag des neuen Fahrplans, ist demnach immer frühestens der 9.12. und spätestens der 15.12.“ Also auch in den Niederlanden, Frankreich oder Dänemark werden an diesem Wochenende die Fahrpläne umgestellt. Obwohl sie nicht in der EU ist, hat die Schweiz die Regelung ebenfalls übernommen.

Dass der Fahrplanwechsel in der zweiten Dezemberwoche eingeführt wird, war übrigens nicht immer so. In der Vergangenheit fanden die Fahrplanwechsel  lange Zeit an einem Sonntag im Mai oder Juni statt.

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Was ändert sich beim Fahrplanwechsel?

Wenn du in deinen neuen Fahrplan schaust, wirst du feststellen, dass deine S-Bahn öfter fährt– oder seltener. Du stößt auf neue Regionalexpress- oder Regionalbahn-Linien und kannst, zum Beispiel, dein Ziel plötzlich ohne Umstieg erreichen. Es gibt neue Fahrzeuge und neue Haltestellen, oder bessere Takte. Manchmal fallen auch Verbindungen weg, Alle Beteiligten versuchen ihre Verbindungen besser aufeinander abzustimmen. Das klappt nicht immer gleich gut, da viele unterschiedliche Interessen mitspielen.

Die Änderungen sind von Stadt zu Stadt und Verkehrsverbund zu Verkehrsverbund unterschiedlich umfangreich. In diesem Jahr spricht der Verkehrsverbund RheinRuhr VRR vom größten Fahrplanwechsel seit 20 Jahren. Für die VVS in der Region Stuttgart stehen nur kleine Änderungen an. Am besten schaust du mal auf der Webseite deines Verkehrsunternehmens nach und informierst dich, bevor du am Montag wieder in die Bahn oder den Bus steigst.

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Werden die Tickets teurer?

Das ist ein großes Reizthema. Viele Verkehrsunternehmen nutzen den Fahrplanwechsel auch gerne zur Erhöhung der Fahrpreise, sie sprechen dann von einer Tarif- oder Preisanpassung. Teurer werden beispielsweise in diesem Jahr Fahrkarten im Ruhrgebiet, im Rheinland, in Berlin, in Hamburg sowie im Rhein-Main-Gebiet. Im Schnitt zwischen 1,3 und 3,3 Prozent. Die neuen Preise gelten ab dem 15.12. oder oft ab dem 1. Januar 2020.
Doch es geht auch ohne Erhöhung: Im VVS-Gebiet  des Großraum Stuttgart bleiben die Preise stabil, die Zusammenlegung der Zonen im April brachten für viele Kunden eine Vergünstigung mit sich. Ich habe mich sehr über die Tarifreform des VVS gefreut, denn meine Tickets sind dadurch erheblich billiger geworden. Auch der Großraum München setzt aktuell eine Tarifreform um, die für die meisten Kunden günstigere Preise mit sich bringen wird.

Für Bahntickets gilt, dass für Fahrten mit dem ICE und Intercity die übliche Preiserhöhung ausfällt. Wenn der Bund außerdem wie geplant die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrtickets senkt, sollen die Fahrkarten sogar ein Zehntel billiger werden. Wer allerdings in Regionalzügen außerhalb von Verkehrsverbünden unterwegs ist, wird tiefer in die Tasche greifen müssen.

5Seit wann gibt es eigentlich Fahrpläne?

Der erste Kutschdienst mit Fahrplan wurde in Großbritannien im Jahr 1784 eingerichtet. 1840 gab es dort den ersten Zugfahrplan. Haha, im Moment arbeiten sie wohl eher an ihrem Brexit-Fahrplan. Ob die Engländer danach ihre Zugfahrpläne auch noch an unsere anpassen? Wir werden sehen?

Jetzt möchte ich aber noch wissen, welche Erfahrungen du bereits mit Fahrplanumstellungen gemacht hast. Pünktlich, günstig, gut aufeinander abgestimmt? Wie sind deine Verbindungen? Schreib mir doch.

Was meinst du dazu? Schreib mir.

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