Spazierweg Klosterrunde MB5

Oh wie schön – Spaziergang ums Kloster Maulbronn

Rundwanderweg MB5 vom Zisterzienserkloster bis zum Tiefen See

Das Zisterzienserkloster Maulbronn ist Weltkulturerbe. Gerade jetzt in diesen Corona-Zeiten – wo es etwas ruhiger hier ist – erschließt sich dir die Schönheit und Größe der Anlage besonders. In diesem Beitrag zitiere ich Hermann Hesse aus seinen Briefen und dem Werk „Unterm Rad“. Den Link zu den praktischen Infos findest du am Ende des Beitrags.

Kloster Maulbronn ist UNESCO Weltkulturerbe, weil es eine der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen nördlich der Alpen ist.

„Im Nordwesten des Landes liegt zwischen waldigen Hügeln und kleinen stillen Seen das große Zisterzienserkloster Maulbronn. Weitläufig, fest und wohl erhalten stehen die schönen alten Bauten und wären ein verlockender Wohnsitz, denn sie sind prächtig, von innen und außen, und sind in den Jahrhunderten mit ihrer ruhig schönen, grünen Umgebung innig zusammengewachsen. Wer das Kloster besuchen will, tritt durch ein malerisches, die hohe Mauer öffnendes Tor auf einen weiten und sehr stillen Platz.“ (Hesse, Hermann: Unterm Rad. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1970, 13. Aufl., S. 53).

Das Zisterzienserkloster Maulbronn

Die Vorhalle der Klosterkirche, auch Paradies genannt, ist ein Meisterwerk. Es zählt zu den schönsten Räumen der Frühgotik und zu den bedeutendsten architektonischen Zeugnissen in Maulbronn.

„Ein Brunnen läuft dort, und es stehen alte ernste Bäume da und zu beiden Seiten alte steinerne und feste Häuser und im Hintergrunde die Stirnseite der Hauptkirche mit einer spätromanischen Vorhalle, Paradies genannt, von einer graziösen, entzückenden Schönheit ohnegleichen. Auf dem mächtigen Dach der Kirche reitet ein nadelspitzes, humoristisches Türmchen, von dem man nicht begreift, wie es eine Glocke tragen soll. Der unversehrte Kreuzgang, selber ein schönes Werk, enthält als Kleinod, eine köstliche Brunnenkapelle; das Herrenrefektorium mit kräftig edlem Kreuzgewölbe, weiter Oratorium, Parlatorium, Laienrefektorium, Abtwohnung und zwei Kirchen schließen sich massig aneinander. Malerische Mauern, Erker, Tore, Gärtchen, eine Mühle, Wohnhäuser umkränzen behaglich und heiter die wuchtigen alten Bauwerke. Der weite Vorplatz liegt still und leer und spielt im Schlaf mit dem Schatten seiner Bäume…“  (Hesse, Hermann: Unterm Rad. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1970, 13. Aufl., S. 53).

Der Tiefe See

Fleisch war den Zisterziensern verboten, Fisch erlaubt. Sie legten ein einzigartiges Teichsystem an.

„Ein andrer Platz ist am ‚tiefen See‘. Dieser, nur von kleinen Hügeln umgeben, ist wie ein Spiegel. (…)
Bei schwachem Wind zuckt es blitzartig über den See und kleine Wellen schlagen flammenartig herauf.“  (Hesse, Hermann: Brief im Herbst 1891 an seine Eltern)

Der Schafhof

Der Schafhof ist der ehemalige Wirtschaftshof des Klosters. Er liegt nur wenige hundert Meter östlich von der Zisterzienserabtei entfernt auf dem Plateau eines klösterlichen Steinbruchs. Im Mittelalter avancierten die Zisterzienser zu den wichtigsten Wollproduzenten Europas.

Herman Hesse war  1891/92 Seminarist im Kloster Maulbronn. Im Schafhof erinnert eine Büste daran.

Heute beherbergt der Hof ein Heimatmuseum und ist Heimat der „10 Maulbronner Köpfe“, den Büsten bekannter ehemaliger Klosterschüler, darunter Hermann Hesse, Johannes Kepler und Friedrich Hölderlin.

Hermann Hesse und Maulbronn

Obwohl Hesse nur wenige Monate im „Evangelischen Seminar Maulbronn“ verbrachte, ist sein Werk bis zum Lebensende stark von seinen Erfahrungen als 14-Jähriger im Internat geprägt. Direkt verarbeitete er seine Erfahrungen in „Unterm Rad“, das Kloster hat einen großen Auftritt in „Narziss und Goldmund“, und die spezielle, württembergische Tradition der Klosterschulen kehrt im „Glasperlenspiel“ wieder.

Ob mit den Worten von Hesse, oder einfach so – ein Spaziergang ums Kloster ist immer wunderschön. Alle praktischen Infos:

MB5 – Mönchsweg 5 Rundwanderung ums Kloster Maulbronn

Besuchst du auch so gerne Klosteranlagen? Welche hast du schon besucht? Schreib mir, ich freue mich auf deine Kommentare.

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