Abenteuer Südeifel: „Dann fahr doch zur Hölle!“ Ich lauf hinein…

Eine erlebnisreiche Wanderung auf dem Rundweg 55 im Naturpark Südeifel

Fluchen soll man ja nicht, aber wenn das nächste Mal jemand zu mir sagt: „Dann fahr doch zur Hölle“, wüsste ich einen schönen Ort: In der Südeifel nahe der Grenze zu Luxemburg, liegt die Bollendorfer Schweiz. Und dort führt der Wanderweg 55  durch die grüne Hölle. Es ist ein schmaler Pfad  an moosbewachsenen, bizarren Felsgebilden vorbei, durch klammartige grüne Schluchten  zu beeindruckenden Felsplateaus mit Panoramablicken.

Abenteuer Südeifel?

Alle Infos zum Rundweg 55

Ok, am Anfang sieht’s nicht danach aus. Es geht erst einmal bergauf, zunächst auf einem Schotterweg und dann durch den Hohlweg. Lass dich aber von den ersten 500 Metern nicht entmutigen, denn bald stehst du vor einer Schutzhütte und biegst rechts Richtung grüne Hölle ab. Und schon sind da die ersten Felsen… Ein Affenkopf soll das sein? Nun ja, mit viel Phantasie vielleicht. Zum Affenkopf gesellen sich ganz schnell weitere Felsen, bizarr und eigentümlich ist diese Felslandschaft hier… und eh du dich versiehst stehst du vorm Eingang zur Hölle…

Grüne Hölle

Ob der Teufel wohl seine Finger im Spiel hatte, als die wilde Felsenwelt entstanden ist? Ja, so könnte er aussehen – der Eingang zu Hölle …

Dunkel, feucht und eng ist es hier. Und kühl – draußen in der Sonne waren es knapp 30 Grad, jetzt fröstelt es mich. Ich lege den Kopf in den Nacken und suche das Tageslicht, ganz weit oben blinzelt die Sonne durch Laub und Felsspalte. Dann laufe ich den engen Pfad direkt auf eine Steinwand zu. Bevor ich auf sie knalle, geht’s  im rechten Winkel nach rechts und ich muss mich ordentlich bücken, damit ich durch das kleine Loch wieder hinauskomme…

Die Hölle ist grün, weil hier ganz bestimmte Pflanzen wachsen. Moos, Algen, Flechten. Die Felswände sind sehr feucht, an manchen Stellen sogar ganz nass. Das liegt daran, dass der Sandstein Wasser aufsaugt wie ein Schwamm.

Eulenhorst und Kreuzlay

Das nächste Felsenlabyrinth heißt Eulenhorst, weil hier oben auf den Felsen die Eulen leben. Einige Felsen sind Solitäre, andere gesellen sich in Gruppen. An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen. Der hier sieht doch aus wie mein Schwammpilz am Apfelbaum, nur eben aus Stein.

Nach den ersten Kilometern, die ich mit Gucken und Staunen verbracht habe, folgt der Aussichtspunkt Kreuzlay mit Gipfelkreuz. Der Rundweg 55 führt einmal um den Weitberg herum. Im zweiten Abschnitt  lasse ich die Felsen für einen Moment hinter mir und wandere durch lichte Wälder bis zum Grenzstein „Maria-Theresien-Stein“. Auf dem sandigen Boden entdecke ich Heidelbeerbüsche. Nadelbäume und Laubbäume wechseln sich ab.Buchen, Eichen, Tannen, Eiben und Stechpalmen.

Predigtstuhl

Dann wird es wieder felsiger. Ja und wo der Teufel am Werk ist, ist auch die Kirche nicht weit… Die nächste aufregende Felsformation heißt Predigtstuhl… Scheu den Aufstieg auf die Kanzel nicht. Oben erwartet dich ein herrlicher Rastplatz mit Panoramablick nach Luxemburg.

Ich lege dann  noch eine Pause in der Mulmenlay ein und lasse die alten Steine und Felsen auf mich wirken. Eine Kulisse wie im Zauberwald…

Den Abschluss der Tour krönt der Blick von der Lingelay auf Bollendorf. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt.

Mein Fazit:

Eine wunderbare Runde, die eine schöne Abwechslung zwischen Felsen und Aussichtspunkten bietet. Es sind meist schmale Pfade und es geht ständig bergauf und bergab, aber nie so lange, dass es richtig anstrengend wird. Vier Stunden Zeit solltest du dir nehmen. Ein Abenteuer Südeifel? Ja, und das macht auch Kindern Spaß. Wer`s noch lebendiger mag, holt sich die Lauschtour auf Ohr. Das ist eine schön gemachte Audiotour mit zehn Stationen. Und ganz in der Nähe gibt es bei Ernzen auch die Teufelsschlucht.

In der Nähe und auch schön:

Mit Klettersteig: Die Nat’Our-Route 5 bei Vianden

 

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